Leistung

Amalgamsanierung

Wir entfernen Amalgamfüllungen so, dass das Risiko von Quecksilberdampf auf ein Minimum reduziert wird und kein feiner Abrieb entsteht: mit Spezialinstrumenten in großen Stücken, mit starker Absaugung direkt am Zahn und bei Bedarf mit Sauerstoffzufuhr. In unserer Praxis wurde nie Amalgam gelegt; metallfreie Füllungen und Inlays sind bei uns seit 1993 die Regel.

Behandlung

Das Wichtigste in Kürze

  • Entfernung unter Schutzmaßnahmen, die weit über das Gummituch (Kofferdam) hinausgehen
  • Ersatz durch Komposit, Keramik-Inlays oder Teilkronen aus dem eigenen Meisterlabor
  • Ausleitung nur in Abstimmung mit begleitenden Ärzten und Therapeuten
  • Eine ehrliche Einschätzung, ob eine Sanierung für Sie überhaupt sinnvoll ist

Sollte ich meine Amalgamfüllungen entfernen lassen?

Wir sind keine Freunde von Amalgam. Trotzdem gilt: Eine undichte, randbrüchige oder von Karies unterwanderte Füllung sollte in jedem Fall ersetzt werden, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Ob eine intakte Füllung ohne Beschwerden bleibt, entscheiden Sie; wir sagen Ihnen, was wir sehen, und besprechen mit Ihnen Reihenfolge und Tempo einer Sanierung.

Seit 2025 darf Amalgam in der EU nicht mehr gelegt werden; das betrifft neue Füllungen, nicht vorhandene. Ob eine vorhandene Füllung die Gesundheit beeinträchtigt, lässt sich wissenschaftlich nicht pauschal beantworten. Wir sagen Ihnen im Erstgespräch offen, was wir an Ihren Zähnen sehen und was wir empfehlen würden.

Wie entfernen Sie Amalgam, damit möglichst kein Quecksilber freigesetzt wird?

Beim Herausbohren ist darauf zu achten, dass alle Maßnahmen getroffen werden, um das Entstehen von Quecksilberdampf und Abrieb auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Deshalb entfernen wir die Füllung mit speziellen Instrumenten in möglichst großen Stücken, statt sie zu zerschleifen, saugen direkt am Zahn mit hoher Leistung ab und bieten Ihnen bei Bedarf eine Sauerstoffzufuhr über die Nase an. Viel Kühlwasser und niedrige Drehzahl halten die Temperatur und damit die Verdampfung gering.

Kofferdam, das Gummituch um den Zahn, gehört für uns nicht zwingend dazu. Es wirkt zunächst sicher, kann aber nicht verhindern, dass Partikel zwischen Tuch und Zahn auf den Mundboden gelangen, wo sie sich schlechter absaugen lassen. Ob Kofferdam im Einzelfall hilft, besprechen wir vorher; welche Kombination von Maßnahmen passt, hängt von Lage und Größe der Füllung ab.

Womit wird die Füllung ersetzt?

Kleine Defekte versorgen wir mit Komposit, einer zahnfarbenen Kunststoff-Keramik-Mischung ohne Bisphenol A. Mittlere und große Defekte bekommen ein Inlay oder eine Teilkrone aus Keramik, gefertigt in unserem eigenen Meisterlabor oder direkt in der Praxis mit CEREC. So entfällt eine provisorische Zwischenversorgung, und der Zahn wird am selben Tag fest verschlossen. Mehr dazu auf der Seite Vollkeramikkronen.

Die Materialwahl richtet sich nach der Restsubstanz des Zahnes: Je mehr verloren ist, desto stabiler muss der Ersatz sein. Metall kommt nicht zum Einsatz, auch kein Gold und keine Legierung.

Wie viele Füllungen entfernen Sie pro Termin?

Wenn möglich nur ein Quadrant, also eine Kieferhälfte, pro Sitzung. Zwischen den Terminen liegt mindestens eine Woche; wie viel mehr, richtet sich nach Ihrem Zustand und danach, wie stark Ihr Körper belastet werden darf. Bei nur ein oder zwei Füllungen reicht ein Termin.

Bieten Sie eine Ausleitung an?

Nein, nicht selbst. Eine Ausleitung belastet vor allem die Nieren, deshalb gehört sie in die Hand von Ärzten oder Heilpraktikern, die Nierenwerte und Allgemeinzustand im Blick behalten. Wir sprechen das Thema an, nennen Ihnen Begleitmethoden, die es gibt, und arbeiten auf Wunsch mit Ihrem Therapeuten zusammen; die Entscheidung dafür treffen Sie mit ihm.

Was kostet eine Amalgamsanierung?

Die Entfernung selbst ist Teil der Füllungstherapie und wird über die Krankenkasse abgerechnet, wenn die Füllung erneuerungsbedürftig ist. Die Schutzmaßnahmen und der metallfreie Ersatz sind Privatleistungen nach GOZ: ein Komposit ab etwa 150 €, ein Keramik-Inlay oder eine Teilkrone aus dem Labor je nach Größe ab etwa 500 €. Den Heil- und Kostenplan erhalten Sie schriftlich vor Beginn.

So läuft es ab

  1. Erstgespräch: Befund aller Füllungen, Röntgen, Gespräch über Ihre Beweggründe und Ihre Gesundheit. Ehrliche Einschätzung, ob und in welcher Reihenfolge eine Sanierung sinnvoll ist.
  2. Planung: Heil- und Kostenplan, Festlegung der Schutzmaßnahmen, bei Bedarf Abstimmung mit Ihrem begleitenden Arzt.
  3. Entfernung: Je Termin ein Kieferbereich, in örtlicher Betäubung, mit den beschriebenen Schutzmaßnahmen.
  4. Ersatz: Komposit oder Keramik, in der Regel am selben Tag endgültig eingesetzt.
  5. Kontrolle: Nachsorge und, falls gewünscht, Rückmeldung an Ihren Therapeuten.

Was wir nicht versprechen

Wir sagen nicht, dass eine Amalgamsanierung Beschwerden lindert oder Erkrankungen heilt. Mehr zu unserem Materialkonzept auf der Seite Biologische Zahnmedizin.

Autor: Dr. Ralf Lüttmann, Zahnarzt seit 1991, metallfreie Versorgung seit 1993. Fachlich geprüft im Oktober 2026.

Für wen geeignet

Für Menschen, deren Amalgamfüllungen ersetzt werden müssen, die bewusst metallfrei versorgt sein möchten oder die eine Metallunverträglichkeit vermuten.

Auch ängstliche Patientinnen und Patienten begleiten wir hier behutsam und mit viel Zeit – mehr dazu auf unserer Seite für Angstpatienten.

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