Ob ein wurzelbehandelter oder entzündeter Zahn erhalten werden kann, lässt sich erst nach einem 3D-Röntgenbild sagen; im normalen Röntgen bleiben Entzündungen an der Wurzelspitze oft unsichtbar. Wir führen Wurzelbehandlungen mit OP-Mikroskop selbst durch, sehen das Verfahren aber kritisch und sagen Ihnen offen, wann eine Revision, eine Wurzelspitzenresektion oder die Entfernung mit Ersatz durch ein Keramikimplantat die bessere Lösung ist. Entscheiden tun Sie.
Ein wurzelbehandelter Zahn hat keinen lebenden Nerv und keine Blutversorgung mehr. Bleiben in den feinen Seitenkanälen Bakterien zurück, kann sich an der Wurzelspitze eine chronische Entzündung bilden, oft ohne Schmerzen. In der biologischen Zahnmedizin gilt ein solcher Zahn als möglicher Entzündungsherd, der den Organismus dauerhaft belasten kann.
Wie stark sich das auf den übrigen Körper auswirkt, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Wir sagen deshalb nicht pauschal „raus damit“, sondern schauen uns jeden Zahn einzeln an.
Weil Entzündungen an der Wurzelspitze auf zweidimensionalen Aufnahmen häufig verdeckt bleiben. Wir sehen regelmäßig wurzelbehandelte Zähne, die im normalen Röntgenbild unauffällig sind und im 3D-Röntgenbild (DVT) deutliche Veränderungen zeigen, etwa ein Granulom am Wurzelende. Deshalb beginnt jede Entscheidung bei uns mit einer DVT-Aufnahme.
Ja. Wir behandeln mit Spezialinstrumenten und OP-Mikroskop, weil nur so die feinen und gekrümmten Kanäle sichtbar und gründlich zu reinigen sind. Wir sehen das Verfahren allerdings kritisch und kennen seine Grenzen: Nicht jeder Zahn lässt sich dauerhaft entzündungsfrei bekommen.
Wo wir an eine Grenze stoßen, sagen wir das und überweisen an einen Endodontie-Spezialisten mit der passenden Fachexpertise. Das kann bedeuten, dass der beste Behandler nicht in Kiel, sondern zum Beispiel in Hamburg sitzt. Uns ist das Ergebnis wichtiger als die Frage, wer behandelt.
Das hängt vom Befund ab, und die Entscheidung treffen Sie. Wir bereiten sie vor, indem wir Ihnen die drei Wege mit ihren Chancen und Risiken erklären:
In der biologischen Zahnmedizin ist der dritte Weg oft der konsequenteste. Er ist aber nicht automatisch der richtige: Ein eigener Zahn, der sich entzündungsfrei erhalten lässt, bleibt der beste Zahn.
Ja. Chronische Entzündungen an der Wurzelspitze tun meist nicht weh. Ob ein beschwerdefreier Zahn behandelt werden sollte, hängt vom DVT-Befund, Ihrer Gesundheit und Ihrer persönlichen Haltung ab. Wir legen Ihnen den Befund offen und sagen, was wir empfehlen würden; drängen werden wir Sie nicht.
Eine Lücke sollte zeitnah geschlossen werden, sonst wandern Nachbarzähne und der Kieferknochen baut sich ab. In über 90 % unserer Fälle ist eine Sofortimplantation möglich: Zahn entfernen, Entzündungsgewebe säubern, Keramikimplantat setzen, in einer Sitzung. Alternativ kommen eine Vollkeramikbrücke oder, selten, eine herausnehmbare Lösung in Frage.
Das hängt vom Zahn und vom Weg ab. Die Krankenkasse übernimmt eine Wurzelbehandlung nur unter klaren Voraussetzungen, vor allem wenn sich die Kanäle mit einfachen Mitteln bis zur Wurzelspitze aufbereiten lassen; bei großen Backenzähnen mit gekrümmten Kanälen ist das oft nicht der Fall. Die Arbeit mit OP-Mikroskop, elektronischer Längenmessung und maschineller Aufbereitung ist in jedem Fall eine Privatleistung nach GOZ, ebenso meist die Revision. Für die Entfernung mit Keramikimplantat finden Sie die Preisorientierung auf keramikimplantatezentrum.de. Den Heil- und Kostenplan erhalten Sie schriftlich vor Beginn.
Autor: Dr. Ralf Lüttmann, Zahnarzt seit 1991, Implantatchirurgie seit 1993, Keramikimplantate seit 1998. Fachlich geprüft im Oktober 2026.
Für Menschen mit einem wurzelbehandelten Zahn, der Beschwerden macht oder im Röntgenbild auffällig ist, für Menschen mit chronischen Beschwerden, bei denen ein Entzündungsherd im Mund abgeklärt werden soll, und für alle, die vor einer Wurzelbehandlung eine zweite Meinung möchten.
Sie haben Angst vor der Behandlung? Dann lesen Sie zuerst auf unserer Seite für Angstpatienten, wie wir vorgehen.
30 bis 60 Minuten, in denen wir zunächst zuhören – mit einer ehrlichen Einschätzung, und Sie entscheiden in Ruhe.
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